Hanspeter Sinner ist vor allem als Vater von Tennisstar Jannik Sinner bekannt, doch sein eigenes Berufsleben spielte sich jahrzehntelang weit entfernt von den großen Tennisarenen ab. Der Südtiroler arbeitete mehr als 20 Jahre als Koch in der Talschlusshütte im Fischleintal bei Sexten. Gemeinsam mit seiner Frau Siglinde schuf er ein familiäres Umfeld, das Jannik später als entscheidend für seine Entwicklung beschrieb: Seine Eltern ließen ihm die Freiheit, zwischen Skifahren, Fußball und Tennis zu wählen. Hanspeters Rolle bestand deshalb weniger darin, eine Tenniskarriere zu planen, sondern seinem Sohn Arbeitsethik, Selbstständigkeit und Vertrauen mitzugeben.
Hanspeter Sinner im Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Hanspeter Sinner |
| Herkunft/Familienheimat | Sexten in Südtirol, Italien |
| Beruf | Koch |
| Ehefrau | Siglinde Sinner |
| Kinder | Jannik und Mark Sinner |
| Bekannt als | Vater von Jannik Sinner |
| Langjährige Arbeitsstätte | Talschlusshütte/Rifugio Fondovalle im Fischleintal |
| Verbindung zum Tennis | Unterstützte Janniks freie Sportwahl und begleitete ihn später teilweise als Koch |
Die ATP nennt Janniks Eltern Hanspeter und Siglinde und führt auch seinen Bruder Mark auf. Sie beschreibt Jannik als gebürtigen Südtiroler aus Sexten, der durch die Tennisbegeisterung seines Vaters früh mit dem Sport in Berührung kam.
Wer ist Hanspeter Sinner?
Hanspeter Sinner gehört nicht zu den klassischen Tennisvätern, die selbst als Trainer auftreten oder die sportliche Karriere ihres Kindes von Beginn an professionell steuern. Sein beruflicher Hintergrund liegt in der Gastronomie.
Besonders eng ist sein Name mit der Talschlusshütte, italienisch Rifugio Fondovalle, im Fischleintal verbunden. Ein Porträt des italienischen Gastronomiemagazins Gambero Rosso beschreibt, dass Hanspeter im Jahr 2000 als Küchenchef dorthin kam und mehr als zwei Jahrzehnte in der Küche arbeitete. Der heutige Koch und Betreiber Armin Villgrater, der als Jugendlicher unter ihm arbeitete, bezeichnete Hanspeter als seinen Lehrmeister.
Die Arbeit in einer viel besuchten Berghütte verlangte Organisation, Konstanz und einen pragmatischen Umgang mit Lebensmitteln. Villgrater erinnerte sich besonders an Hanspeters sorgfältigen Umgang mit Zutaten und seine Philosophie, möglichst wenig wegzuwerfen. Seine Küche war stark von Südtiroler und alpinen Traditionen geprägt.
Die Familie Sinner und ihre Wurzeln in Südtirol
Die Geschichte der Familie ist eng mit Sexten und den Dolomiten verbunden. Hanspeter arbeitete als Koch, während Siglinde ebenfalls lange in der Gastronomie tätig war. Die ATP bestätigt Hanspeter und Siglinde als Janniks Eltern sowie Mark als dessen Bruder.
Jannik wuchs damit nicht in einem traditionellen Tenniszentrum auf. Seine Kindheit war zunächst wesentlich stärker vom alpinen Sport geprägt. Er gehörte als Junge zu den besten Nachwuchsskifahrern Italiens und spielte außerdem Fußball. Tennis war anfangs lediglich eine von mehreren Sportarten.
Gerade an diesem Punkt wird Hanspeters Einfluss interessant. Die ATP-Biografie von Jannik hält fest, dass er im Alter von sieben Jahren Tennis spielte und dabei von der Begeisterung seines Vaters für diesen Sport inspiriert wurde. Trotzdem legten die Eltern nicht fest, welcher Sport zum Beruf werden sollte. Jannik konzentrierte sich erst mit 13 Jahren vollständig auf Tennis und verließ seine Heimat, um in Bordighera professioneller zu trainieren.
Welche Rolle spielte Hanspeter Sinner für Janniks Karriere?
Hanspeters wohl bedeutendster Beitrag bestand nicht in technischem Tennistraining, sondern darin, seinem Sohn Entscheidungsfreiheit zu lassen.
Als Jannik 2024 die Australian Open gewann, sprach er bei der Siegerehrung ungewöhnlich ausführlich über seine Eltern. Er erklärte, dass sie ihm erlaubt hätten, selbst zu entscheiden, was er machen wolle, und ihn bei seinen verschiedenen Sportarten nie unter Druck gesetzt hätten. Die ATP dokumentierte diese Worte unmittelbar nach seinem ersten Grand-Slam-Titel.
Diese Haltung bekam besondere Bedeutung, als Jannik bereits als Teenager sein Zuhause verließ. Für eine Familie aus Sexten bedeutete der Wechsel nach Bordighera eine erhebliche Veränderung. Im Mai 2026 erinnerte Jannik in einem ATP-Interview erneut an die Opfer seiner Eltern, als er mit 13 Jahren den Entschluss fasste, für sein Training von zu Hause wegzugehen. Er bezeichnete sowohl seine Mutter als auch seinen Vater als Vorbilder und Inspiration.
Der familiäre Einfluss lässt sich deshalb nicht auf eine einzelne Tennisentscheidung reduzieren. Hanspeter und Siglinde gaben ihrem Sohn die Möglichkeit, früh Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen.
Vom Hüttenkoch zum Begleiter auf der Tennistour
Mit Janniks Aufstieg veränderte sich auch Hanspeters Arbeitsalltag.
Nach Angaben von Gambero Rosso, die sich auf Aussagen seines langjährigen Weggefährten Armin Villgrater stützen, verließ Hanspeter die Talschlusshütte im Herbst 2022. Anschließend begleitete er seinen Sohn zeitweise und übernahm dabei auch Aufgaben als Koch.
Das ist eine ungewöhnliche Verbindung zwischen seinem alten Beruf und der neuen Welt des Profitennis. Hanspeter wurde dadurch nicht zum Tenniscoach. Seine Kompetenz blieb die Küche. Auch italienische Sportmedien beschrieben, dass er für Jannik und dessen Umfeld kochte, wenn die Reisebedingungen dies ermöglichten.
Für einen Profisportler kann die vertraute Küche auf Reisen zudem ein Stück Alltag schaffen. Im Fall der Sinners verbindet sie das internationale Tourleben unmittelbar mit der Südtiroler Herkunft der Familie.
Hanspeter Sinner als Koch
Über Hanspeters Küche gibt es ungewöhnlich konkrete Einblicke. Zu den Gerichten, die ehemalige Kollegen mit ihm verbinden, gehören etwa Risotto mit Latschenkiefer und Steinpilzen sowie verschiedene traditionelle Gerichte aus der Bergküche.
Armin Villgrater beschrieb gegenüber Gambero Rosso vor allem drei Prinzipien: sorgfältige Verarbeitung, Respekt vor den Produkten und die Vermeidung unnötiger Lebensmittelabfälle. Hanspeter habe jungen Mitarbeitern außerdem vermittelt, jedes Gericht mit derselben Sorgfalt zuzubereiten, die man selbst als Gast erwarten würde.
Das Porträt zeichnet damit ein wesentlich konkreteres Bild von Hanspeter als die häufige Kurzbeschreibung „Jannik Sinners Vater“. Kochen war für ihn ein langjähriger Beruf und kein erst durch die Tenniskarriere seines Sohnes entstandenes Hobby.
Hanspeter Sinner in wichtigen Stationen
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 2000 | Beginn als Küchenchef in der Talschlusshütte laut Gambero Rosso |
| Janniks Kindheit | Hanspeters Tennisbegeisterung trägt dazu bei, dass Jannik früh den Sport kennenlernt |
| Mit 13 Jahren | Jannik entscheidet sich für intensives Tennistraining außerhalb Südtirols; seine Eltern unterstützen den Schritt |
| Herbst 2022 | Hanspeter beendet nach mehr als 20 Jahren seine Tätigkeit in der Talschlusshütte und begleitet Jannik anschließend zeitweise als Koch |
| Januar 2024 | Nach dem Australian-Open-Sieg dankt Jannik seinen Eltern ausdrücklich dafür, ihn nie unter Druck gesetzt zu haben |
| 2026 | Jannik bezeichnet Hanspeter und Siglinde erneut als Inspiration und Vorbilder |
Warum wird Hanspeter Sinner auch Johann Sinner genannt?
Bei Janniks Vater tauchen in Medien zwei Namensformen auf. Die offizielle ATP-Biografie verwendet Hanspeter Sinner, während mehrere englischsprachige Veröffentlichungen ihn als Johann Sinner bezeichnen. Auch ein Verzeichnis der Ferienwohnungen Haus Sinner in Sexten nennt Johann Sinner.
Einige internationale Porträts behandeln Johann und Hanspeter ausdrücklich als dieselbe Person. Für diesen Artikel wird die von der ATP verwendete Form Hanspeter Sinner genutzt.
Ein Vater, der bewusst nicht im Mittelpunkt steht
Obwohl sein Sohn zu den bedeutendsten Tennisspielern seiner Generation gehört, ist Hanspeter nur gelegentlich bei großen Turnieren im Fokus.
Ein Beispiel lieferte Wimbledon 2026. Janniks Eltern waren für die Royal Box eingeladen worden, nahmen die Einladung jedoch nicht an. Jannik erklärte anschließend, dass seine Eltern andere Dinge zu erledigen hätten und er ihre Entscheidung verstehe. Die Associated Press verwies dabei erneut auf ihre langjährige berufliche Vergangenheit in einer Südtiroler Berghütte.
Gleichzeitig ist Hanspeter bei wichtigen Momenten durchaus an der Seite seines Sohnes zu sehen. Die ATP zeigte ihn beispielsweise gemeinsam mit Jannik nach dessen Wimbledon-Erfolg 2026.
Diese Mischung aus Nähe und eigenem Alltag passt zu dem Familienbild, das Jannik selbst seit Jahren beschreibt: Unterstützung, ohne die Karriere des Sohnes zum Mittelpunkt des eigenen Lebens zu machen.
Häufige Fragen zu Hanspeter Sinner
Wer ist Hanspeter Sinner?
Hanspeter Sinner ist der Vater des italienischen Tennisspielers Jannik Sinner. Er ist gelernter beziehungsweise professionell tätiger Koch und arbeitete mehr als 20 Jahre in der Talschlusshütte im Fischleintal in Südtirol.
Was arbeitet Hanspeter Sinner?
Sein langjähriger Beruf ist Koch. In der Talschlusshütte war er Küchenchef. Seit seinem Ausscheiden dort im Jahr 2022 begleitet er Jannik zeitweise auf Reisen und kocht dabei auch für ihn beziehungsweise sein Umfeld.
Wer ist die Frau von Hanspeter Sinner?
Hanspeters Ehefrau ist Siglinde Sinner. Die ATP führt Hanspeter und Siglinde als Eltern von Jannik Sinner auf.
Ist Hanspeter Sinner Janniks Trainer?
Nein. Hanspeter ist nicht als offizieller Tennistrainer seines Sohnes bekannt. Sein Einfluss liegt vor allem im familiären Bereich und in seiner zeitweisen Tätigkeit als Koch während der Tour. Janniks professionelle Tennislaufbahn wurde und wird von spezialisierten Trainern betreut.
Hat Hanspeter Sinner Jannik zum Tennis gedrängt?
Jannik beschreibt das Gegenteil. Nach seinem Australian-Open-Sieg 2024 sagte er, seine Eltern hätten ihm die Wahl seiner Sportarten überlassen und niemals Druck ausgeübt.
Warum heißt Janniks Vater manchmal Johann statt Hanspeter?
Beide Namen werden in etablierten Veröffentlichungen verwendet. Die ATP nennt ihn Hanspeter Sinner; einige internationale Medien und Einträge verwenden Johann Sinner. Für biografische Darstellungen ist „Hanspeter Sinner“ deshalb eine gut belegte Bezeichnung.
Fazit
Hanspeter Sinner lässt sich nicht allein auf seine Rolle als Vater eines Tennisstars reduzieren. Jahrzehntelang arbeitete er als Koch in den Südtiroler Dolomiten und brachte diese Erfahrung später teilweise in das Umfeld seines Sohnes ein. Für Janniks Entwicklung scheint jedoch vor allem die familiäre Haltung entscheidend gewesen zu sein: Freiheit bei der Wahl des Sports, früh übertragene Verantwortung und Unterstützung ohne ständigen Druck. Jannik Sinner selbst hat diesen Einfluss mehrfach hervorgehoben – zuerst bei seinen größten sportlichen Erfolgen und noch 2026, als er seine Eltern als persönliche Vorbilder bezeichnete.
siehe auch : Kerstin Pilawa: Was über Jörg Pilawas frühere Ehefrau bekannt ist
