Panja Jürgens: Fotografin, Porträtistin und erste Ehefrau von Udo Jürgens

Admin
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Der Name Panja Jürgens ist eng mit Udo Jürgens verbunden, doch Erika Meier, genannt Panja, besitzt eine eigene künstlerische Biografie. Unter dem Namen Panja Jürgens arbeitete sie als Fotografin und veröffentlichte Bildbände über Identität, gesellschaftliche Rollen und Frieden. Ihre Motive führten sie von eindringlichen Drag-Porträts bis zu einer vielschichtigen New-York-Serie. Zugleich war sie die erste Ehefrau des Sängers und die Mutter von John und Jenny Jürgens. Dieses Porträt ordnet die belegbaren Stationen ihres Lebens ein und zeigt, weshalb die Fotografin mehr ist als eine Nebenfigur in der Biografie eines berühmten Musikers.

Panja Jürgens im Überblick

MerkmalAngabe
Bürgerlicher NameErika Meier
Bekannt alsPanja Jürgens, Panja Juergens oder Panja Jurgens
Geburtsjahr1939
BerufFotografin
Künstlerischer SchwerpunktPorträt- und Dokumentarfotografie
Früherer EhemannUdo Jürgens
KinderJohn Jürgens und Jenny Jürgens
Bekannte BildbändeThey Call Themselves Queens und Wings of Peace

Das Geburtsjahr 1939 wird sowohl im Künstlerverzeichnis der französischen Verwertungsgesellschaft ADAGP als auch im Katalog der University of Wisconsin–Madison geführt. Die unterschiedlichen Schreibweisen ihres Nachnamens entstehen vor allem dadurch, dass englischsprachige Kataloge das „ü“ als „ue“ oder schlicht als „u“ wiedergeben.

Von Schwabing in das Leben eines Weltstars

Panja lernte Udo Jürgens im Frühjahr 1959 in München kennen. Die offizielle Biografie des Musikers verortet die Begegnung in der Schwabinger Clubszene. Nach einem Abend mit Rock ’n’ Roll verabredeten sich beide für den folgenden Tag; daraus entwickelte sich eine feste Beziehung.

Am 11. Oktober 1963 heirateten Panja und Udo Jürgens im Standesamt an der Mandlstraße in München. Sohn John kam am 20. Februar 1964 zur Welt, Tochter Jenny folgte 1967. Diese Familienjahre fielen genau in jene Phase, in der Udo Jürgens vom ambitionierten Pianisten und Komponisten zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Unterhaltungskünstler aufstieg.

Die Ehe wurde im Sommer 1989 in Zürich geschieden. Damit endete eine Verbindung, die nahezu die gesamte entscheidende Aufbauphase seiner Karriere begleitet hatte. Die maßgeblichen Daten zu Kennenlernen, Hochzeit, Kindern und Scheidung sind in der offiziellen Udo-Jürgens-Biografie dokumentiert.

Der eigene Weg hinter der Kamera

Panja Jürgens entdeckte ihre Hinwendung zur Fotografie während einer Afrikareise im Alter von etwa 40 Jahren. Ihr Werk konzentrierte sich nicht auf konventionelle Prominentenfotografie. Stattdessen rückte sie Menschen ins Zentrum, deren Lebensentwürfe, gesellschaftliche Positionen oder Selbstbilder sich nicht mit einem flüchtigen Blick erfassen lassen.

Zu ihren genannten Fotoserien gehören Return to Paradise, Street People und Drag Queens. Die Projekte verbindet ein erkennbares Interesse an der menschlichen Persönlichkeit: Kleidung, Gestik, Blick und Körperhaltung werden bei ihr zu Bestandteilen einer persönlichen Erzählung. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Wings of Peace wurde sie als zwischen New York, Paris und Zürich lebende und arbeitende Fotografin vorgestellt.

They Call Themselves Queens: Porträts von Verwandlung und Identität

1996 erschien bei Edition Stemmle in Zürich der englischsprachige Bildband They Call Themselves Queens: The Transformation Series. Das 207 Seiten starke Werk versammelt Porträt- und Dokumentarfotografie aus der Drag- und Verwandlungskultur.

Herausgegeben wurde der Band von Charles-Henri Favrod. Die begleitenden Texte stammen von Favrod, Quentin Crisp und Panja Jürgens selbst. Der Bibliothekskatalog der University of Wisconsin–Madison führt das Buch unter anderem in den Themenbereichen Porträtfotografie und Dokumentarfotografie.

Der Titel verweist auf Menschen, die ihre Erscheinung bewusst gestalten und sich dabei selbst als Queens definieren. Jürgens’ Kamera betrachtet Verwandlung nicht als bloßes Spektakel. Die Porträts behandeln Make-up, Kleidung, Pose und Auftreten als Mittel, mit denen die abgebildeten Personen ihre Identität sichtbar machen.

Wings of Peace: Friedensvorstellungen aus New York

Mit Wings of Peace veröffentlichte Panja Jürgens 2002 im Knesebeck Verlag einen zweiten bedeutenden Bildband. Das 160 Seiten umfassende Buch enthält ein Vorwort von Udo Lindenberg und entstand aus einer dreijährigen fotografischen Arbeit in New York.

Für das Projekt porträtierte Jürgens Menschen aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen und beruflichen Zusammenhängen. Zu den Motiven gehörten Kinder, ältere Menschen, Angehörige verschiedener Religionen, Kriegsveteranen, Müllarbeiter und weitere Bewohner der Metropole. Die Porträtierten wurden nach ihrer persönlichen Vorstellung von Frieden gefragt. Einige antworteten mit Worten, während Mimik und Haltung bei anderen einen Teil der Aussage übernahmen.

Als wiederkehrendes Gestaltungsmittel verwendete Jürgens Engelsflügel. Die Flügel lösen die Menschen für einen Moment aus ihrem alltäglichen Umfeld und verbinden sehr verschiedene Biografien durch ein gemeinsames Bildmotiv. Eine bei Perlentaucher dokumentierte Rezension der Neuen Zürcher Zeitung würdigte die Ideenvielfalt des Projekts und hob hervor, dass die Inszenierung trotz ihres symbolischen Ansatzes nicht ins Kitschige abrutsche.

Eine Fotografie, die Menschen zu Beteiligten macht

Beide großen Buchprojekte zeigen, dass Panja Jürgens Porträtfotografie nicht als einseitige Beobachtung verstand. Die Fotografierten sind nicht nur Motive. In They Call Themselves Queens präsentieren sie bewusst gestaltete Persönlichkeiten; in Wings of Peace bringen sie zusätzlich ihre eigenen Gedanken und Hoffnungen ein.

Gerade die Kombination von Bild, Inszenierung und persönlicher Aussage gibt ihrer Arbeit einen dokumentarischen Wert. Jürgens interessiert sich weniger für ein vermeintlich neutrales Abbild als für die Frage, wie Menschen gesehen werden möchten und welche Erfahrungen sie mit ihrer äußeren Erscheinung verbinden.

Panja Jürgens in der Dokumentation UDO!

In der ARD-Dokumentation UDO! tritt Erika Meier, genannt Panja, als Gesprächspartnerin auf. Gemeinsam mit den Kindern Jenny und John, Udo Jürgens’ Bruder Manfred Bockelmann sowie musikalischen Weggefährten beschreibt sie die private Seite des Entertainers. Die ARD Mediathek nennt sie ausdrücklich als erste Ehefrau und Mutter von John und Jenny.

Panja schildert darin auch den starken psychischen Druck, unter dem Udo Jürgens vor Tourneen stand:

„Er ist oft nachts weinend aufgewacht. Er hat so stark geweint, dass ich den Notarzt gerufen habe.“

Das von WEB.DE wiedergegebene Zitat zeigt, dass ihr Beitrag über familiäre Erinnerungen hinausgeht. Als langjährige Begleiterin kannte sie die Ängste hinter der kontrollierten Bühnenpersönlichkeit.

Wichtige Stationen

JahrStation
1939Geburt von Erika Meier
1959Kennenlernen mit Udo Jürgens in München
1963Hochzeit am 11. Oktober in München
1964Geburt von Sohn John
1967Geburt von Tochter Jenny
1989Scheidung in Zürich
1996Veröffentlichung von They Call Themselves Queens
2002Veröffentlichung von Wings of Peace
2024Mitwirkung als Gesprächspartnerin in der ARD-Dokumentation UDO!

Häufig gestellte Fragen

Wie lautet der bürgerliche Name von Panja Jürgens?

Ihr Name ist Erika Meier. „Panja“ ist der Name, unter dem sie persönlich und künstlerisch bekannt wurde.

Wann war Panja Jürgens mit Udo Jürgens verheiratet?

Die offizielle Biografie von Udo Jürgens nennt den 11. Oktober 1963 als Hochzeitstag. Die Ehe wurde im Sommer 1989 in Zürich geschieden.

Welche Kinder haben Panja und Udo Jürgens?

Aus der Ehe stammen John Jürgens, geboren 1964, und Jenny Jürgens, geboren 1967. Beide wirkten später ebenfalls in Film, Fernsehen beziehungsweise Musik und Unterhaltung.

Welche Art von Fotografie machte Panja Jürgens?

Ihr Werk ist vor allem der Porträt- und Dokumentarfotografie zuzuordnen. Wiederkehrende Themen sind persönliche Identität, gesellschaftliche Rollen, Selbstdarstellung und unterschiedliche Vorstellungen von Frieden.

Welche Bücher veröffentlichte Panja Jürgens?

Ihre beiden bekanntesten Bildbände sind They Call Themselves Queens: The Transformation Series von 1996 und Wings of Peace von 2002.

Warum wird ihr Name auch Panja Juergens geschrieben?

„Juergens“ ist die internationale Umschrift von „Jürgens“, wenn das „ü“ technisch oder sprachlich nicht verwendet wird. Die Schreibweise „Jurgens“ kommt ebenfalls in englischsprachigen Bibliothekskatalogen vor.

Fazit

Panja Jürgens war nicht allein die erste Ehefrau eines berühmten Sängers. Als Fotografin entwickelte sie eigenständige Arbeiten über Identität, Inszenierung und menschliche Friedensvorstellungen. Besonders They Call Themselves Queens und Wings of Peace zeigen eine Porträtistin, die ihren Motiven Raum zur Selbstdarstellung gibt. Ihre späteren Aussagen über Udo Jürgens ergänzen dieses Werk um die Perspektive einer Frau, die den Menschen hinter der öffentlichen Figur aus unmittelbarer Nähe kannte.

Quellen

Udo Jürgens – „Biografie“

ADAGP – „Panja Juergens (1939)“

https://www.adagp.fr/en/identities/panja-juergens-986199

University of Wisconsin–Madison Libraries – „They call themselves queens: The Transformation Series“

https://search.library.wisc.edu/catalog/999822535302121

Perlentaucher – „Panja Jürgens: Wings of Peace“

https://www.perlentaucher.de/buch/panja-juergens/wings-of-peace.html

ARD Mediathek / BR – „UDO!“, 16. November 2025

https://www.ardmediathek.de/video/udo/udo/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9iM2U0MmM5YS1jODM0LTRhYTAtYmU0Yy0xMTVlNjdkZmRjZDA

WEB.DE – „Udo Jürgens’ erste Frau Erika: ‚Er ist oft nachts weinend aufgewacht‘“, aktualisiert am 28. November 2024

https://web.de/magazine/unterhaltung/musik/schlager/udo-juergens-erika-nachts-weinend-aufgewacht-40397128
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