Janna Ensthaler ist eine deutsche Unternehmerin, mehrfache Gründerin und Investorin. Bekannt wurde sie unter anderem durch die Mitgründung von Glossybox und ihre Auftritte in der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“, zu deren Investorenrunde sie seit 2023 gehört. Gemeinsam mit Manon Littek gründete sie außerdem den Green Generation Fund, der junge Technologieunternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen finanziert.
Ihre berufliche Laufbahn verbindet Erfahrungen aus dem Aufbau eigener Unternehmen mit Investitionen in neue Technologien. Dabei stehen insbesondere die Themen Klimaschutz, Ernährung, Energie und Gesundheit im Mittelpunkt.
Wer ist Janna Ensthaler?
Janna Ensthaler wurde 1983 geboren. Sie studierte Wirtschaft und Management an der University of Oxford und anschließend Internationale Beziehungen an der London School of Economics.
Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Unternehmensberaterin in London. Später wechselte sie in die Selbstständigkeit und beteiligte sich am Aufbau mehrerer Unternehmen.
Ihre unternehmerischen Aktivitäten erstrecken sich über unterschiedliche Branchen. Dazu gehören Kosmetik, Gastronomie, digitale Dienstleistungen und die Finanzierung technologieorientierter Start-ups.
Diese Erfahrungen prägen auch ihre heutige Arbeit als Investorin. Während sie zunächst eigene Geschäftsmodelle entwickelte und aufbaute, unterstützt sie inzwischen andere Gründerinnen und Gründer bei der Umsetzung ihrer Ideen.
Welche Unternehmen hat Janna Ensthaler gegründet?
Zu den bekanntesten Gründungen, an denen Ensthaler beteiligt war, gehören Glossybox, Kaiserwetter und EventInc.
Glossybox: Der Einstieg in den Kosmetikhandel
Im Jahr 2010 gründete Janna Ensthaler gemeinsam mit dem Start-up-Inkubator Rocket Internet das Unternehmen Glossybox mit.
Das Geschäftsmodell beruhte auf einem Abonnement für Kosmetikprodukte. Kundinnen und Kunden erhielten regelmäßig zusammengestellte Boxen mit verschiedenen Pflege- und Schönheitsprodukten.
Glossybox gehörte zu den frühen Anbietern, die dieses Vertriebsmodell international bekannt machten.
Ensthaler verließ das Unternehmen bereits 2012. Glossybox wurde später, im Jahr 2017, an die britische The Hut Group verkauft.
Die Beteiligung an Glossybox war ein wichtiger Abschnitt ihrer Laufbahn. Sie sammelte Erfahrungen mit einem digitalen Geschäftsmodell, das auf wiederkehrenden Bestellungen, Markenkooperationen und der Gewinnung neuer Kundschaft beruhte.
Kaiserwetter: Ein Gastronomiekonzept aus Hamburg
Ein weiteres Unternehmen von Ensthaler war die Hamburger Gastronomiekette Kaiserwetter.
Das Konzept konzentrierte sich auf frisch zubereitete Speisen und eine gesündere Alternative zum klassischen Schnellrestaurant.
Anders als Glossybox war Kaiserwetter ein stationäres Geschäftsmodell. Hier standen unter anderem der Betrieb von Restaurants, die Organisation der Abläufe und die unmittelbare Betreuung der Kundschaft im Mittelpunkt.
Ensthaler verkaufte das Gastronomieunternehmen später.
EventInc: Digitalisierung der Veranstaltungsbranche
Mit EventInc beteiligte sich Ensthaler anschließend am Aufbau einer digitalen Plattform für die Veranstaltungsbranche.
Das Unternehmen ermöglicht die Suche nach geeigneten Veranstaltungsorten und unterstützt die Organisation von Veranstaltungen.
Besonders für Firmenveranstaltungen und geschäftliche Treffen bietet eine solche Plattform die Möglichkeit, unterschiedliche Angebote miteinander zu vergleichen.
EventInc zeigt eine weitere Seite ihres unternehmerischen Werdegangs: die Digitalisierung traditioneller Dienstleistungen mithilfe eines internetbasierten Vermittlungsmodells.
Green Generation Fund: Investitionen in nachhaltige Technologien
Einen wichtigen Schwerpunkt ihrer späteren Laufbahn bildet der Green Generation Fund.
Ensthaler gründete den Risikokapitalfonds gemeinsam mit der Investorin Manon Sarah Littek. Die beiden bauten den Fonds ab 2021 auf und stellten ihn 2022 mit einem eingeworbenen Kapital von 100 Millionen Euro öffentlich vor.
Der Fonds unterstützt Unternehmen, die technologische Lösungen für ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln.
Nach Angaben der Europäischen Kommission beteiligten sich auch öffentliche Kapitalgeber an der Finanzierung. Der Europäische Investitionsfonds stellte 25 Millionen Euro bereit, KfW Capital weitere 10 Millionen Euro.
In welche Branchen investiert der Fonds?
Der Green Generation Fund konzentriert sich auf junge Unternehmen, insbesondere aus den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Landwirtschaft, Energie, Ressourceneffizienz und Gesundheit.
Zu den möglichen Anwendungsfeldern gehören:
- Technologien zur Herstellung alternativer Proteine und nachhaltiger Lebensmittel
- Verfahren zur Verringerung von Treibhausgasemissionen
- Neue Lösungen für Energieversorgung und Ressourcenschonung
- Digitale Anwendungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft
- Technologien zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität
Bereits 2022 nannte die Europäische Kommission unter anderem die Unternehmen Neggst und Klim als Beispiele für Beteiligungen des Fonds.
Neggst entwickelt pflanzliche Alternativen zu Hühnereiern. Klim bietet digitale Lösungen, die landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung auf regenerative Anbaumethoden unterstützen.
Auf seiner offiziellen Internetseite nennt der Fonds inzwischen auch Anwendungen aus der künstlichen Intelligenz und wissenschaftsgetriebene Technologien als relevante Investitionsfelder.
Wie bewertet der Fonds nachhaltige Unternehmen?
Ein wesentlicher Bestandteil der Investitionsstrategie ist die Messbarkeit der angestrebten Wirkung.
Der Fonds untersucht nicht ausschließlich das wirtschaftliche Wachstumspotenzial eines Unternehmens. Er berücksichtigt auch, welchen Beitrag dessen Produkte oder Dienstleistungen zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten können.
Zu den verwendeten Kriterien gehören beispielsweise die Verringerung von Treibhausgasemissionen, der Schutz der biologischen Vielfalt und die Verbesserung der Ressourcennutzung.
Dabei ist zwischen einer erwarteten und einer tatsächlich erreichten Wirkung zu unterscheiden. Gerade bei jungen Unternehmen beruhen die Bewertungen zunächst teilweise auf Prognosen. Der Fonds sieht deshalb eine regelmäßige Überprüfung der Ergebnisse anhand messbarer Kennzahlen vor.
Janna Ensthaler bei „Die Höhle der Löwen“
Seit April 2023 gehört Janna Ensthaler zur Investorenrunde der VOX-Gründersendung „Die Höhle der Löwen“.
In der Sendung präsentieren Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftsideen und versuchen, Kapital sowie unternehmerische Unterstützung zu erhalten.
Ensthaler bringt dabei Erfahrungen aus ihren eigenen Firmengründungen und der Finanzierung junger Unternehmen ein.
Zu ihren fachlichen Schwerpunkten gehören digitale Geschäftsmodelle, innovative Technologien und Nachhaltigkeit.
Ihr Einstieg in die Sendung erfolgte gemeinsam mit dem Unternehmer Tillman Schulz. Auch 2026 gehörte Ensthaler weiterhin zur Investorenrunde der Sendung.
Worauf achtet sie bei Geschäftsideen?
In Interviews betont Ensthaler insbesondere die Bedeutung technologischer Innovationen und wirtschaftlich tragfähiger Geschäftsmodelle.
Dabei betrachtet sie Nachhaltigkeit nicht ausschließlich als moralische Frage. Entscheidend ist für sie auch, ob eine neue Technologie tatsächlich Verbesserungen bewirken und sich wirtschaftlich durchsetzen kann.
Gegenüber der WirtschaftsWoche erläuterte sie 2023, dass sie gezielte Investitionen in neue Technologien als wirksamen Ansatz zur Bewältigung ökologischer Herausforderungen betrachtet.
Ihre Haltung verbindet somit unternehmerisches Wachstum mit dem Anspruch, langfristig positive Veränderungen zu ermöglichen.
Woran arbeitet Janna Ensthaler heute?
Neben ihren Fernsehauftritten ist Ensthaler weiterhin als Investorin tätig.
Auf ihrer eigenen Internetseite beschreibt sie ihren heutigen Investitionsschwerpunkt als Engagement für Zukunftstechnologien und Gesundheit. Dabei berücksichtigt sie Unternehmen in Europa und den Vereinigten Staaten.
Ihre Tätigkeit geht damit über die klassischen Bereiche der Lebensmittel- und Klimatechnologie hinaus.
Außerdem tritt sie als Kommentatorin wirtschaftlicher Themen auf. Laut ihrer öffentlichen Kurzbiografie beteiligt sie sich bei WELT TV am Format „Die Stimmen der Wirtschaft“, in dem wirtschaftspolitische und unternehmerische Entwicklungen diskutiert werden.
Damit ist Ensthaler sowohl in der praktischen Unternehmensfinanzierung als auch in der öffentlichen Wirtschaftsdebatte präsent.
Was ist über ihr Privatleben bekannt?
Janna Ensthaler hält einen Teil ihres Privatlebens aus der Öffentlichkeit heraus.
Öffentlich bestätigt ist, dass sie Mutter von drei Kindern ist und in Braunschweig lebt. Diese Angaben finden sich auch in ihrer eigenen beruflichen Kurzbiografie.
Über ihre familiären Verhältnisse hinaus stehen bei ihren öffentlichen Auftritten überwiegend ihre unternehmerische Arbeit, ihre Beteiligungen und ihre wirtschaftlichen Positionen im Vordergrund.
Wie hoch ist das Vermögen von Janna Ensthaler?
Über das persönliche Vermögen von Janna Ensthaler lässt sich auf Grundlage der öffentlich überprüften Informationen kein verlässlicher Betrag nennen.
Insbesondere darf das Kapital des Green Generation Funds nicht mit ihrem Privatvermögen verwechselt werden.
Die 2022 eingeworbenen 100 Millionen Euro waren Fondskapital, das von verschiedenen institutionellen und privaten Kapitalgebern für Unternehmensbeteiligungen bereitgestellt wurde.
Aus dieser Summe kann deshalb weder auf Ensthalers privates Vermögen noch auf ihre persönlichen Einkünfte geschlossen werden.
Fazit
Janna Ensthaler hat sich von der Gründerin digitaler und stationärer Geschäftsmodelle zur Investorin für technologieorientierte Unternehmen entwickelt.
Mit Glossybox, Kaiserwetter und EventInc sammelte sie unternehmerische Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen. Der Green Generation Fund bildet einen weiteren Schwerpunkt ihrer Karriere und verbindet die Finanzierung junger Unternehmen mit messbaren Nachhaltigkeitszielen.
Durch „Die Höhle der Löwen“ wurde sie auch einem breiteren Fernsehpublikum bekannt. Ihre berufliche Tätigkeit reicht jedoch deutlich über die Sendung hinaus: Sie investiert in Unternehmen, beschäftigt sich mit Zukunftstechnologien und beteiligt sich an öffentlichen Diskussionen über wirtschaftliche Entwicklungen.
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