Jeannette Urzendowsky: Ärztin und Chanson-Nette im Porträt

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Wer ist Jeannette Urzendowsky?

Urzendowsky wurde 1961 in der Boxhagener Straße in Berlin-Friedrichshain geboren. Ein exaktes Geburtsdatum ist in den verlässlichen öffentlich zugänglichen Quellen nicht dokumentiert; 2026 ist sie deshalb 64 oder 65 Jahre alt. Sie besuchte die damalige Händelschule, heute Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium, machte dort nach eigener Darstellung Musikabitur und studierte anschließend Medizin an der Humboldt-Universität.

Die medizinische Laufbahn ist ungewöhnlich präzise dokumentiert. Von 1988 bis 1992 absolvierte Urzendowsky ihre Facharztausbildung am Klinikum Berlin-Buch und an der Charité. Seit Oktober 1993 arbeitet sie niedergelassen als HNO-Ärztin; von 1994 bis 2000 kam eine Zusatzausbildung in Psychotherapie hinzu. Seit Juli 2005 gehört sie zur HNO-Gemeinschaftspraxis Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg, die sie auch 2026 noch im Team führt.

FaktÖffentlich belegt
NameJeannette Urzendowsky
Geburtsjahr1961
GeburtsortBerlin-Friedrichshain, Boxhagener Straße
Alter 202664 oder 65 Jahre; exakter Geburtstag öffentlich nicht belegt
KünstlernameChanson-Nette
BerufFachärztin für HNO-Heilkunde, Sängerin, Schauspielerin
PartnerChristoph Stollowsky
KinderSebastian Urzendowsky und Lena Urzendowsky
Wohnortseit 2000 mit der Familie im Südwesten Berlins; 2021 wurde Lichterfelde genannt

Warum Chanson-Nette kein bloßes Hobby ist

Musik war schon vor der Medizin da. Auf ihrer eigenen Künstlerseite schreibt Urzendowsky, dass sie während des Studiums in einer Folk-Band spielte und sich in den 1990er-Jahren wieder intensiv mit Chansons beschäftigte. Ab 1995 trat sie in Berliner Salons auf; ab 1999 folgten Schauspielunterricht sowie Gesangs-, Tanz- und Kameratraining. 2005 brachte sie ihr erstes Soloprogramm „Mir wär’ kein Sexappeal zu viel“ heraus, seit 2007 übernimmt sie auch Schauspielrollen in Bühnenproduktionen.

Wie ernst sie diese zweite Karriere nimmt, wurde in einem Tagesspiegel-Interview 2021 besonders deutlich. Dort sagte sie: „Wenn ich nicht singe, bin ich nicht ich.“ Nach Arbeitsstunden, erklärte sie, arbeite sie sogar mehr als Künstlerin als als Ärztin – nur finanziell sei das Verhältnis umgekehrt. Für Auftritte im Kleinkunstbereich nannte sie damals meist etwa 100 bis 250 Euro Gage; die Medizin trage sie wirtschaftlich.

Als Impfärztin verband sie 2021 beide Welten auf ungewöhnlich konkrete Weise. Urzendowsky übernahm regelmäßig Dienste im Berliner Impfzentrum Arena und setzte sich dafür ein, einen Teil des ärztlichen Stundenhonorars an Künstlerinnen und Künstler zu spenden, die während der Pandemie ohne Engagements dastanden.

Gegen das Vergessen: der Kern ihrer Bühnenarbeit

Unter dem Künstlernamen Chanson-Nette reicht Urzendowskys Repertoire von den 1920er-Jahren bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann, Robert Gilbert und Claire Waldoff. Ihre Programme sind deshalb nicht nur Liederabende: Sie erzählt die Geschichten hinter den Stücken und beschäftigt sich ausdrücklich mit jüdischen Komponisten, Autoren und Darstellern, die im Nationalsozialismus verfolgt oder vertrieben wurden.

Das ist inzwischen ein klarer Teil ihres öffentlichen Profils. Urzendowsky ist Ehrenbotschafterin des Deutschen Kabarettarchivs. Programme wie „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“ über Robert Gilbert, „Ach Jott, wat sind die Männer dumm!“ über Claire Waldoff oder „Warum nur hold und schön und rein…?“ verbinden Chanson mit Biografie und Zeitgeschichte. Der Tagesspiegel stellte ihre Friedrich-Hollaender-Revue 2022 unter die Überschrift „Gegen das Vergessen singen“.

Familie: Sebastian, Lena und Christoph Stollowsky

Jeannette Urzendowsky ist die Mutter der Schauspieler Sebastian Urzendowsky, geboren 1985, und Lena Urzendowsky, geboren 2000. Ein Tagesspiegel-Familienporträt von 2014 zeigt, dass die künstlerische Laufbahn der Kinder eng mit Berlin verbunden ist: Sebastian begann als Jugendlicher im Theater im Kino in Friedrichshain; Lena besuchte schon als Kind eine Musicalschule.

Zu Urzendowskys langjährigem Partner gehört der Journalist Christoph Stollowsky. Der Tagesspiegel bezeichnete die beiden 2006 als Ehepaar und berichtete, sie hätten sich im Sommer 1991 am Liepnitzsee kennengelernt. Auf ihrer aktuellen Künstlerseite nennt Urzendowsky Stollowsky ihren „Liebsten“ und spricht von insgesamt vier erwachsenen Kindern in der gemeinsamen Familie sowie vier Enkelkindern. Daraus sollte nicht abgeleitet werden, dass alle vier Kinder ihre leiblichen Kinder sind: Als ihre eigenen Kinder nennt sie ausdrücklich Sebastian und Lena.

Eine Berliner Familiengeschichte hinter der Bühnenfigur

Urzendowskys Interesse an Geschichte hat auch einen biografischen Hintergrund, ohne dass daraus eine einfache Ursache-Wirkung-Erzählung gemacht werden sollte. Ihr Vater Herbert Urzendowsky war als Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg Sanitäter und später Facharzt an der Charité. Laut dem Tagesspiegel wuchs Jeannette mit vier Geschwistern in einer stark pazifistisch geprägten Familie auf; Spielzeugwaffen und Silvesterböller waren tabu.

Das Familienporträt erzählt auch von ihrem älteren Bruder, der 1968 nach einem Kurzurlaub nicht zu seiner NVA-Einheit zurückkehrte. Vater Herbert habe ihn gegenüber der Militärpolizei als schwer krank ausgegeben und damit vor dem Gefängnis bewahrt. Solche öffentlich erzählten Erinnerungen machen verständlich, warum Urzendowskys Berliner Identität in ihren Programmen nicht nur aus Dialekt und Nostalgie besteht.

Schauspiel vor der Kamera

Urzendowsky ist vor allem Bühnenkünstlerin, hat aber auch vor der Kamera gearbeitet. filmportal.de führt sie im Kurzfilm „Die Brautentführung“ („El secuestro de la novia“) von Sophia Mocorrea als Polizistin. Der Film lief 2023 beim Sundance Film Festival und bei der Berlinale; in Berlin erhielt er eine lobende Erwähnung beim Kompass-Perspektive-Preis.

Was macht Jeannette Urzendowsky heute?

Die beiden Berufsstränge laufen weiterhin parallel. Die Gemeinschaftspraxis Bergmannstraße führt sie 2026 unverändert als HNO-Ärztin. Gleichzeitig ist ihr Bühnenkalender aktuell: Am 5. September 2026 trat sie mit „Voll uff Swing“ im Deutschen Kabarettarchiv in Mainz auf, am 6. September folgte ein Auftritt in Darmstadt und am 8. September ein gemeinsamer Abend mit Tal Balshai in Berlin-Charlottenburg.

Damit ist auch die häufige Frage nach einem möglichen Rückzug beantwortet: Öffentlich dokumentiert ist derzeit das Gegenteil. Jeannette Urzendowsky arbeitet weiter medizinisch und steht zugleich als Chanson-Nette auf der Bühne.

Was über Alter und Vermögen nicht seriös belegt ist

Gesichert ist der Jahrgang 1961; ein öffentlich verifiziertes Geburtsdatum findet sich in den starken Quellen nicht. Deshalb sollte kein exakter Geburtstag genannt werden. Ebenso gibt es keine belastbare öffentliche Grundlage für eine Vermögensschätzung. Die von ihr 2021 genannten Kleinkunstgagen beschreiben Einnahmen einzelner Auftritte, nicht ihr Vermögen.

Mehr lesen Sebastian Burggraf Krankheit: Was hinter den Gerüchten steckt – und was 2026 wirklich belegt ist

6. Quellen

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